Eishockeytradition im Sauerland

Vom EC Deilinghofen bis zu den Iserlohn Roosters

Chronik eines Skandals am Essener Westbahnhof Chronik eines Skandals am Essener Westbahnhof
EissporthaIIe am Esssener Westbahnhof Freitag. 21 Januar 1994 20.03 Uhr Schiedsrichter Mrachatz (Amberg) pfeift das 32 Derby zwischen dem EHC Essen West und dem... Chronik eines Skandals am Essener Westbahnhof

EissporthaIIe am Esssener Westbahnhof

Freitag. 21 Januar 1994

20.03 Uhr Schiedsrichter Mrachatz (Amberg) pfeift das 32 Derby zwischen dem EHC Essen West und dem ECD Sauerland an.

Spielzeit 3 .28 Min.: Strafen gegen Toni Fonso und Marc Wittbrock nutzt Petr Fabian zum 1:0 .

6:47 Min. Fono sitzt erneut unberechtigt draußen, Mrachatz ahndet ein Foul vor Sergej Jaschin an Latzo Hospodar nicht, wohl aber die Revanche des Isertohners. Der Arm des Schiedsrichters ist oben.Jaschin sinkt aufs Eis . Mrachatz pfeift ab. Die Scheibe kommt zu Fabian,der schiebt sie ins Netz. Der ECD zeigt keine Reaktion es war abgepfiffen. Mracratz erkennt den Treffer zum 2:0 dennoch an. Vor Iserlohner Seite fliegen Gegenstände aufs Eis, die Eisfläche muß neu aufbereitet werden.

6:48 Min. Nach gut zehnminütiger Pause geht es weiter.

8:40 Min.: Mrachatz pfeift ab, nacndem Fonso die Scheibe ins Fangnetz über dem Essener Tor geschossen hatte. Seit einer halben Minute liegt Georg Gailer hinter dem Iserlohner Tor und blutet heftig aus dem Mund. Gailer war züvor mit Oliver Kasper aneinandergeraten , Mrachatz stand direkt daneben und wollte kein Foul gesehen haben. Erst auf Intervention von Linienrichter Prudlo spricht er eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Kasper aus. Gailer wird vom Eis geführt, Essener Fans werfen Gegenstände, darunter mehr als nur ein Messer. Stahlkugeln werden abgefeuert

21.38 Uhr: Mrachatz fällt nach einstundiger Unterbrechung seine erste richtige Entscheidung in dieser Partie: Er bricht sie ab.

Es gehört schon einiges dazu gestandenen Eishockeyprofis Furcht einzuflößen. Den Spielern des ECD Sauerland stand am Freitag die Angst ins Gesicht geschrieben .

„Wir spielen nicht mehr . Unsere Sicherheit ist nicht gewährleistet !“ sagte Verteidiger Toni Fonso als die Partie in Essen zum zweiten Mal unterbrochen war und neben unzähligen Feuerzeugen und Gegenständen auch Messer aufs Eis geworfen und Stahlkugeln auf die Iserlohner Spieler abgefeuert worden waren. Der Mannschaftskapitän der Iserlohner sprach seinen Teamkollegen aus der Seele. “ Es kann passieren , was will. Ich gehe heute nicht mehr aufs Eis !“ rang MIlos Vanik angesichts der skandalösen Geschehnisse um Fassung .

Bobby Reynolds hatte Recht , als er sagte : “ Das hat doch mit Sport nichts mehr zu tun „: Sein Vorschlag : “ Wir brechen ab , telefonieren nächste Woche miteinander und treffen uns zu einem fairen Spiel wieder „.

Daß es so weit kommen mußte hatte sich Schiedsrichetr Mrachatz selbst zuzuschreiben . In der siebten Minute erkannte er das 2:0 von Petr Fabian an , obwohl er das Spiel zuvor unterbrochen hatte . “ Er hat gepfiffen . Ganz klar “ , räumte sogar Essens Butzi Gailer ein . Bei der unglücklichen Attacke von Oliver Kasper an Gailer blieb die Pfeife stumm , obwohl er daneben stand . Selbst wenn Mrachatz kein Foul gesehen hat , so mußte er das Spiel unterbinden , damit der heftig blutende Gailer ärztlich hätte versorgt werden können. Nicht zuletzt dadurch eskalierten die Emotionen .

Unverständlich warum der Schiedsrichter auf eine Fortstzung des Spiels drängte . Selbst die Polizei konnte nicht für die Sicherheit garantieren , geschweige denn die Halle räumen lassen .

„Was wäre als nächstes aufs Eis geflogen ?“ fragte ECD – Vize Bernd Arnhold :“ Ein Messer , das diesmal im Rücken eines Spielers hängen bleibt “ .

Vorbildlich war nur das Verhalten der ECD Führung . Trotz der möglichen Folgen respektierte man den Wunsch der Mannschaft , die Partie nicht fortzusetzen.

“ Selbst wenn man uns die Punkte genommen hätte . Ich hätte die Jungs nicht mehr rausgeschickt“ , so Vorsitzender Karl – Friedrich Müller : “ Denn es wäre bestimmt etwas passiert !“.

Gefunden in der ECD Info

 

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