Eishockeytradition im Sauerland

Vom EC Deilinghofen bis zu den Iserlohn Roosters

IEC e.V. ist alleiniger Besitzer der Starbulls Rosenheim GmbH IEC e.V. ist alleiniger Besitzer der Starbulls Rosenheim GmbH
19.7.2000 Vier Tage lang gab es keinen einzigen Kommentar zum Kauf der DEL-Anteile der Starbulls Rosenheim, erst heute an Tag fünf traten die Verantwortlichen... IEC e.V. ist alleiniger Besitzer der Starbulls Rosenheim GmbH

19.7.2000 Vier Tage lang gab es keinen einzigen Kommentar zum Kauf der DEL-Anteile der Starbulls Rosenheim, erst heute an Tag fünf traten die Verantwortlichen des IEC im Rahmen einer Pressekonferenz selbst vor die Öffentlichkeit und erläuterten ihre Handlungen. Vereinsboss Wolfgang Brück bestätigte, daß man sich lange mit dem Kauf der DEL-Anteile gar nicht beschäftigt habe, weder nachdem der Deal mit den Hamburg Crocodiles geplatzt war, noch später. Erst vor knapp zwei Wochen seien die DEL-Anteile erneut dem IEC angeboten worden. Nach ersten Telefonaten habe man sich dann entschieden ein Angebot abzugeben, welches weit unter dem der Crocodiles lag. Man wusste, dass noch andere Vereine mit im Rennen waren.

Gerade deshalb wurde die Transaktion schnellstens zum Abschluss gebracht. Bereits am vergangenen Dienstag wurden die Verträge in Rosenheim unterzeichnet, danach der Lizenzerwerb mit der DEL diskutiert, um möglichst alle Unterlagen am Montag bei der Aufsichtsratssitzung in Frankfurt vorlegen zu können. Das gelang. Ganz im Stil des Iserlohner EC hätte man die Nachricht vom DEL-Einstieg gern bis heute ganz verschwiegen, um erst mit vollendeten Tatsachen alle Beteiligten in Kenntnis zu setzen.
Dies sei, so Brück, aufgrund der Meldung des EHC Freiburg leider gescheitert. Der Vorstand betonte, daß kein fremder Investor die DEL-Anteile der Starbulls Rosenheim und damit die GmbH erworben habe, sondern der Iserlohner EC e.V., vertreten duch seine beiden Vorsitzenden Brück und Ephan. Genannte Summen von bis zu 3,25 Millionen Mark, die die Roosters für die Anteile gezahlt haben sollen, seien falsch. Die Summen würden irgendwann bekannt werden, dann würden sich manche Zweifler die Augen reiben, so Brück. Wahrscheinlich aber ist, dass sich die Gesellschafteranteile an der neuen Iserlohn Roosters GmbH noch verändern werden. Wahrscheinlich werden heimische Unternehmen mit ins Boot genommen. So hat nach Informationen des Iserlohner Rundfunksenders Radio MK auch der Hauptsponsor, das Möbelhaus „Sonneborn“, Interesse an einem Einstieg.
„Sonneborn wird zudem Brustsponsor bleiben, hinzugewonnen haben die Roosters das deutschlandweit agierende Internetunternehmen „Ision“. Zum Streit mit dem Deutschen Eishockey-Bund betonte Brück, man werde mit den Verantwortlichen in Kontakt treten. Dass bislang kein Gespräch gesucht wurde, liege einzig an der Tatsache, dass niemand von dem Kauf erfahren sollte. Schadensersatzforderungen weist der IEC zurück. Man habe da auch noch ein paar Rechnungen mit dem DEB auf (ausgefallenes Nordhorn-Heimspiel 1999/2000). Außerdem habe man die Möglichkeit eine 1b-Mannschaft in der 2. Bundesliga spielen zu lassen oder die Lizenz für ein Jahr ganz ruhen zu lassen. Vorrangig seien aber jetzt Gespräche mit den DEB-Oberen. Sportlich ist man lediglich am Anfang. Zwar ist die Verpflichtung vom Ex-Essener Radek Toth endgültig perfekt, mehr aber soll erst bis zum 12. August entschieden sein. Dann wollen die Sauerländer ihren Kader komplett beisammen haben. Trainer Greg Poss kehrte heute aus dem USA-Urlaub nach Iserlohn zurück.
Genaue Etatberechnungen werden nicht bekanntgegeben. Man befinde sich in guter Gesellschaft der Vereine, die zwischen 2,4 und 3 Millionen Mark für Spieler ausgeben könnten. Moderat erhöht wurden die Eintrittspreise: Stehplatzkarten für Schüler kosten 13 Mark, alle anderen Stehplatztickets werden um 2 Mark, Sitzplatzkarten um 5 Mark teurer. Brück hofft insbesondere auf die Rückkehr der alten ECD-Anhänger, die sich nach Jahren der Enthaltsamkeit entschließen sollten, endlich wieder erstklassiges Eishockey in Iserlohn zu schauen.
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DEB will sich im Fall Iserlohn wehren

18.7.2000 München – Nach dem kurzfristigen Aufrücken des Iserlohner EC aus der zweiten Liga in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) bahnt sich ein handfester Streit zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und der DEL an. «Wir sind doch kein Selbstbedienungsladen. Dagegen
wird der DEB mit allen Rechtsmitteln vorgehen», schimpfte Verbandspräsident Rainer Gossmann.
Nun denkt der Verband nach dem Ausfall eines seiner «Zugpferde» und damit auch von Verbandseinnahmen über Schadensersatzansprüche nach, die sich auf einen Betrag in sechstelliger Höhe belaufen dürften. «Auch der Landesverband Nordrhein-Westfalen will klagen, ebenso wie einige Vereine der Zweiten Bundesliga. Denn hier hatten die Iserlohner ordnungsgemäß gemeldet», polterte Gossmann weiter. Doch die DEL bleibt gelassen.
Forderungen würden sich wenn, dann «gegen Iserlohn als Verein» richten, erwiderte Andreas Ulrich vom DEL- Medienmanagement. Der Zweitligist Iserlohner EC hatte als 16. Club auf der DEL- Aufsichtsratssitzung die Lizenz der Starbulls Rosenheim für die Profiliga erhalten, obgleich sich der Club auf sportlichem Weg nicht qualifiziert hat. Die eigenen Statuten der DEL hatten den Schritt möglich gemacht.
Ursprünglich erfüllte lediglich die Düsseldorfer EG (Bild) die sportliche Qualifikation und war aufgestiegen. Doch der DEL- Aufsichtsrat akzeptierte nun Iserlohn als legitimen Rechtsnachfolger der Starbulls Rosenheim. Aus finanziellen Gründen hatte der Traditionsclub seine Lizenz zurückgegeben. Nachdem der DEL-Club Moskitos Essen als Absteiger bereits feststand und sein Recht auf DEL-Teilnahme gerichtlich einklagte, fühlt sich der Verband von seinem DEL-Partner ein zweites Mal verschaukelt.
«Die zweite Liga hat einen Aufsteiger gegeben und keinen Absteiger bekommen. Es kann nicht sein, dass wir immer nur geben», schimpfte Ligenleiter Helmut Bauer, der den Beschluss «eine Farce» nannte. «Es darf keine Seiteneinsteiger mehr geben. Das Ganze ist unglaubwürdig und nicht mehr nachvollziehbar.» Immerhin sei man sich laut Ulrich einig «mit Auf-und Absteiger zu spielen. Nun müsse der DEB als Verband noch die Voraussetzungen schaffen, dass die Kapitalgesellschaften aus dem Oberhaus auch in der zweiten Liga ein zu Hause finden. Mit der Düsseldorfer EG und Iserlohn gehen dem DEB damit gleich zwei Traditionsclubs von der Fahne. «Dass der DEB nicht glücklich darüber ist», ist für Ulrich «nachvollziehbar». Die als «Nachwuchsschmiede» gedachte zweite Liga wird damit weiter geschwächt. «Der Unterbau verschwindet so in der Versenkung», glaubt Bauer.
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Lizenz von Rosenheim gekauft

Iserlohn als 16. Klub in die DEL

Neuss 17.7.2000 (sid). Der Iserlohner EC steigt als 16. Klub in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ein. Die Sauerländer, Nachfolger des früheren Bundesligisten ECD Iserlohn, haben die Lizenz der Star Bulls Rosenheim gekauft. Zur Aufnahme in die Eliteklasse fehlte am Montag nur noch das Grüne Licht des DEL-Aufsichtsrates.
„Der Vertrag über den Lizenzkauf ist notariell beglaubigt. Iserlohn ist Rechtsnachfolger von Rosenheim“, bestätigte Gerd Schröder, Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrates: „Wenn die Lizenzunterlagen genauso ordentlich aufgearbeitet sind, sehe ich keine Probleme mehr.“ Am Montag stellte sich der Zweitliga-Sechste der vergangenen Saison mit dem Vorsitzenden Wolfgang Brück und Geschäftsführer Thomas Aumer bei der entscheidenden Aufsichtsratssitzung in Frankfurt/Main vor. Für Dienstag kündigten die Sauerländer eine Pressekonferenz an.
Die Iserlohner, die nach zwölf Jahren in die Eliteklasse zurückkehren, haben offenbar 3,25 Millionen Mark für die Lizenz des dreimaligen deutschen Meisters aus Oberbayern bezahlt. Auf diesen Kaufpreis hatten sich die Star Bulls und die Hamburg Crocodiles geeinigt, die ursprünglich den Rosenheimer Platz in der DEL einnehmen sollten. Allerdings stiegen die Hanseaten überraschend aus, weil sie bei einer ersten Abstimmung unter den DEL-Klubs keine Mehrheit für einen Einstieg erhielten.
Anders als die „Krokodile“ kann Iserlohn eine erstliga-taugliche Eishalle vorweisen. 4.500 Fans fasst die Arena am Seilersee, in der in den 70-er und 80-er-Jahren bereits Bundesliga-Eishockey geboten wurde. Ein weiteres Plus der Sauerländer: Der 1994 gegründete Verein ist wirtschaftlich gesund. In der vergangenen Saison fuhr der Klub erstmals ein Minus ein – mit 200.000 Mark vergleichsweise niedrig. Der Etat betrug zuletzt 4,5 Millionen Mark und muss für die DEL nur unwesentlich aufgestockt werden. Allein die Westderbys gegen Essen, Krefeld, Oberhausen, Düsseldorf und Köln werden aber zusätzliche Einnahmen in die Kassen spülen.
Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB), zuständig für die Zweite Liga, reagierte indes verstimmt auf die Entwicklung. „Iserlohn hat sich bei uns für die Zweite Bundesliga beworben und die Lizenz auch erhalten. Wir haben den Sachverhalt nur aus der Zeitung erfahren“, erklärte DEB-Ligenleiter Helmut Bauer und schloss eventuelle Schadenersatzansprüche der Zweitliga-Klubs und des Verbandes nicht aus: „Aber wir wollen den dritten Schritt nicht vor dem ersten machen und warten zunächst auf die offizielle Stellungnahme Iserlohns.“ Nach mehr als zwölf Jahren kehrt Erstliga-Eishockey ins Sauerland zurück. 1988 war der ECD Iserlohn aus finanziellen Gründen während der Saison ausgestiegen. Zuvor war ein spektakulärer Sponsorenvertrag mit Libyens Revolutionsführer Gaddafi über Trikotwerbung für dessen „Grünes Buch“ vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) abgelehnt worden. Der IEC wäre bereits der dritte Erstligist aus Iserlohn. Von 1977 bis 1979 spielte der EC Deilinghofen in der Bundesliga, 1979 folgte der ECD Iserlohn.

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