Dienstag , 11 August 2026

Seine Trikotnummer #78 wird nie mehr vergeben: Iserlohn Roosters ehren feierlich Legende Mike York

Mike York vor seinen Trikots im Eishockeymuseum Puck – © Sportfoto-Sale (DR)

Iserlohn. (MK) Ja, es ist tatsächlich schon neun Jahre her, als Mike York (heute 47) den Iserlohner Seilersee verließ und seine Karriere beendete.

Kumpel Bryan Adams lotste ihn an den Seilersee

Der US-Amerikaner aus Michigan hat am Seilersee die jüngere Eishockeygschichte maßgeblich mitgeprägt. In der Saison 2004/2005 lotste ihn Kumpel Bryan Adams zu den Iserlohn Roosters in die DEL, weil in der NHL, der nach wie vor weltbesten Eishockeyliga, der Lockout ausgerufen war. Um nicht einzurosten, folgte Mike York dem Ruf seines engen Freundes nach Iserlohn, wo sie beide noch einmal zusammenspielen wollten und natürlich auch, um Spaß auf dem Eis zu haben und Europa etwas näher kennenzulernen. Beide standen in Jugendtagen schon gemeinsam an der Michigan State University sehr erfolgreich auf dem Eis.

Der „Spaß“ dauerte dann immerhin volle 52 Hauptrundenspiele mit 62 Scorerpunkten an. Im Zuge des Lockouts fand auch John Michael Liles (damals Colorado Avalanche) den Weg nach Iserlohn. In der Folgesaison ging es für Mike York nicht mehr in Edmonton bei den Oilers weiter, sondern in New York bei den Islanders. Es folgten weitere Stationen in Philadelphia, Phoenix und Columbus. Nach einem Jahr in der AHL bei den Rochester Americans wagte Mike York erneut den Sprung nach Europa zu den Pelicans Lahti in Finnland. Sportlich lief es in der Liiga zwar ordentlich, aber der Wohlfühlfaktor war dann offenbar doch nicht so grenzenlos. Iserlohns damaliger Manager Karsten Mende hatte nie den Kontakt zu Mike York verloren und schaffe sechs Jahre nach seinem Abschied aus Iserlohn das Kunststück ihn von einer Rückkehr in die Waldstadt zu überzeugen. Daraus wurden fünf weitere Spielzeiten. Mit Mike York standen die Sauerländer unter Trainer Jari Pasanen zwei Mal im Viertelfinale der Playoffs. Er prägte damit die bislang erfolgreichste Zeit in 25 Jahren DEL-Zugehörigkeit der Roosters.

Besuch im Eishockeymuseum weckt viele Erinnerungen

Am vergangenen Donnerstag war York mitsamt Familie zurück in Deutschland. Im „Eishockeymuseum Puck „in Hemer bestaunte er nicht nur einige seiner alten Trikots neben anderen Fundstücken, sondern stand auch Rede und Antwort. Ganz so wie man ihn einst kennengelernt hat: Sympathisch, bescheiden und immer noch ein wenig zurückhaltend. Nur ein wenig grauer im Haaransatz geworden.
So erinnerte er sich an den Playoff-Einzug in seiner vorletzten Saison, den man gegen Berlin klarmachen konnte. Viele seiner ehemaligen Mitspieler sind ihm noch geläufig. Jeff Giuliano, Ryan Button, Mathias Lange, Colten Teubert, Chad Bassen oder Lasse Kopitz kamen noch aus dem Effeff.

Die Zeit am Seilersee hat er sehr genossen und genießt sie auch in diesen Tagen wieder. Das Trikot-Retirement am Samstag bezeichnete er als besonders große Ehre. „Das wird sehr spannend“, so York.

Trikotzeremonie Mike York

Vor dem Spiel gegen die Düsseldorfer EG wurde sein Trikot mit der #78 mit allem Glanz unter das Hallendach gehisst. Zuvor hatte Klubchef Wolfgang Brück noch einmal die besondere Verbindung zwischen den Roosters und Mike York in seiner Festrede hervorgehoben. York bedankte sich im Beisein seiner Frau und seiner beiden Kinder unter tosendem Applaus voller Stolz bei den Fans und der Organisation.

Trainerlaufbahn eingeschlagen

Nach seiner Karriere hat er übrigens eine Trainerlaufbahn eingeschlagen. Hauptsächlich an der Lake Superior State University hat er die meiste Zeit als Head- und Associate-Coach gearbeitet. In der kommenden Spielzeit widmet er sich der Ausbildung der jungen U17 Spieler in Michigan.

Seine mittlerweile langjährige Tätigkeit in seiner Heimat Michigan, zeigt wie bodenständig Mike York geblieben ist.

Auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr als Trainer einmal nach Iserlohn vorstellen kann sagte er vielsagend. „Sag niemals nie, aber nun sind wir auch wegen der Kinder vorerst noch in Michigan.“

Und Kumpel Bryan Adams, der ihn einst in die Waldstadt lotste? „Wir sind immer noch sehr gut befreundet und regelmäßig in Kontakt. Allerdings leben wir beide ja sehr weit auseinander. Aber wir versuchen es, dass wir uns wenigstens einmal im Jahr sehen.“

Die Tage in Iserlohn waren natürlich auch ein Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten wie unter anderem Trainer Doug Mason, den damaligen Betreuern, Prokurist Bernd Schutzeigel, Mitspielern wie Marko Friedrich, Dieter Orendorz (mit „Dieter-Dieter“ Rufen begrüßt), Lasse Kopitz und natürlich vielen Fans, die es sich auch nicht nehmen ließen am Sonntag noch einmal ein Autogramm von „Yorkie“ einzuheimsen.

Die Bemühungen ihn an den Seilersee zu lotsen und zu ehren haben ein wenig Zeit gebraucht, unter anderem auch aufgrund der Pandemie, aber im Rückspiegel betrachtet dürften viele positive Momente in den Herzen aller bleiben.

Mike Yorks Karriere in Zahlen

Source: Mike York @ Elite Prospects


So lief die Trikot-Zeremonie für Mike York

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